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Interpretation
Literature

University, School

Maximinilian Universität Würzburg

Grade, Teacher, Year

2011, Herr Ebbinghaus

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M. Ju. Lermontov - Die Nacht

Gedichtinterpretation


Lermontov schrieb das Gedicht Noč´ im Jahre 1831. Nach seinem Tod 1841 wurde es erstmals im Severnij vestnik 1889, I, 10-11 veröffentlicht. Es ist in steigenden sechsfüßigen Jamben geschrieben. In Russland bediente man sich des sechsfüßigen Jambus im 18. und frühen 19. Jahrhundert (vgl. Reinhard Lauer, 2008). Durch die Länge dieser Verse wird der Jambus einige Male durch eine Zäsur geteilt (Z 15, 24).

Das Gedicht ist nicht durch Strophen unterteilt, sondern umfasst Dreisieg durchgängige Verszeilen. Es ist in mehreren kurzen und langen Enjambements aufgebaut, die über die Strophenenden hinweg gehen. Auch bei der Reimstellung findet sich keine Regelmäßigkeit, zwar bedient sich Lermontov konsequent des Endreims, doch auch hier lägte er sich nicht auf eine Form fest.

Das Gedicht Noč beginnt mit einem Kreuzreim (Z 1/3, Z 2/4) und endet mit einem Paarreim (Z 29/30). Beide Formen durchziehen unregelmäßig das Gedicht und werden nur ein einziges Mal von einem umarmenden Reim (Z 11/14, Z 12/13) unterbrochen.Zu dieser einmaligen Besonderheit findet sich keine Erklärung im Inhalt des Gedichtes. Dem Reimschema entsprechend finden sich überwiegend weibliche Kadenzen (Z 7/9, 12/13, 21/23, 22/24, 25/27) und nur selten männliche Kadenzen (Z 1/3, 8/10).

Dieser unregelmäßige Wechsel zwischen klingend und stumpf erzeugt ein harmonisch klingendes Gesamtbild. Zu dem aber auch die heterosyllalische Reimquantität (Z 2/4, 5/6, 11/14, 15/16, 17/18, 19/20, 26/28) beiträgt. Lermontov führt das Konzept der Unregelmäßigkeit auch bei der Reimqualität weiter, indem er sich zwar überwiegend des reinen Reims bedient (Z 2/4, 11/14, 12/13, 17/18, 19/20, 21/23, 25/27, 29/30), welcher jedoch unregelmäßig von einem optischen Reim (Z 5/6), einer Weise (Z 7/9) und einigen akustischen Reimen (Z 1/3, 8/10, 15/16, 22/24, 26/28) unterbrochen wird.

Durch diese Kombination erscheint der Klangcharakter des Gedichtes tonreich.

Die Liebeslyrik beginnt mit der Beschreibung des Umfeldes durch den Dichter. Der Dichter beschreibt den nächtlichen Alltag einer Stadt (Z 1) und das nächtliche Wetter (Z 3 bis 9). Das lyrische Ich verspürt eine Angst vor dem, was er im Traum sehen könnte (Z 11 bis 12) und zwingt sich wach zu bleiben. Doch statt sich von seinen Gedanken zu lösen, besinnt sich das lyrische Ich in dieser Nacht des vergangenen Betrugs durch seine Liebe (Z 14 bis 23).

Versucht sich immer wieder zu bestärken (Z 13) und sucht nach einer Befreiung von seinen Qualen (Z 25 bis 27).

Das rhythmische Bild des Gedichtes beginnt träge, da das lyrische Ich nur um sich blickt und nur das Alltägliche wahrnimmt. Mit der einbrechende Dunkelheit senkt sich auch

der beginnende Schlaf über das lyrische Ich (Z 10). Was einen dumpfen und langsamen Rhythmus erzeugt. Der Rhythmus gewinnt in den Zeilen 11 und 12 an Tempo, als das lyrische Ich sich gegen den Dämmerschlaf wehrt, da es befürchtete von einem Albtraum geplagt zu werden(Z 10 bis 12). Der Ausruf „Net“ (Z 13) setzt sowohl einen Akzent, als auch eine Pause im Leserhythmus.

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Die Nacht von M. Ju. Lermontov - Noč': Gedichtinterpretation
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Somit ist das lyrische Ich vollständig erwacht und zwingt sich, nicht dem Schlaf zu verfallen (Z 13). Durch die hervorgehobene Betonung  der einzelnen Satzabschnitte wird die Zeile unterbrochen, was zur Folge hat, dass der Leserhythmus abgehackt und gleichzeitig schneller wird (Z 14 bis 15). Somit redet sich das lyrische Ich in Rage (Z 14 bis 15). Ein weiterer Akzent befindet sich in Zeile 16, „Vse“ erzeugt eine Pause in der dem lyrische Ich der Atem stockt (Z 16), noch verstärkt durch dieh Chiffre.

Der Rest der Zeile wird langsam auszuhauchen. Der Rhythmus beruhigt sich wieder in den darauf folgenden Zeilen. Eine Betonung findet sich in der Apostrophe „«prosti»“ (Z 17). Das lyrische Ich spricht damit seine Hoffnung direkt an, womit der Rhythmus unterbrochen wird. Hoffnungsvoll erklingen die Gedanken des lyrischen Ichs (Z 16 bis 20) und erzeugen einen raschen und doch besinnenden Rhythmus.

Während die Liebe in der ersten Frage für das lyrische Ich möglich ist, entsteht in der zweiten Frage abrupt die andere Möglichkeit: die der Untreue. Wird die erste Frage (Z 18 bis 20) noch nüchtern und ruhig gestellt, so ist die zweite Frage (Z 21) kurz und stark betont.

Durch die kurze und direkte Frage (Z 21) verdeutlicht der Rhythmus die Kehrtwende der Gedanken. Durch den leicht sarkastischen Anklang in der dritten Frage (Z 21 bis 23) erscheint der Rhythmus gleichmäßig. Es folgt eine Atempause welche die nächsten Gefühlsregung einleitet. Wieder hebt die Betonung die einzelnen Satzabschnitte hervor und unterbricht somit die Zeile (Z 25).

Das lyrische Ich klagt über seine Einsamkeit. Der Rhythmus bewirkt das Bild eines schweren Seufzers. Eine weitere Betonung findet sich in Zeile 25 „<Šumi>“, welche sich unmittelbar darauf wiederholt „šumi že “. Das kurze Intervall der Wiederholung verdeutlicht das Flehen des lyrischen Ich nach Befreiung von seinen Seelenquallen. In den darauf folgenden Zeilen beginnt der Rhythmus beinahe zu tänzeln.

Womit das tänzelnde Spiel des „Nachtwindes“ verbildlicht wird, von dem das lyrische Ich sich Befreiung erbittet (Z 25 bis 27). Die letzten drei Zeilen zeichnen sich durch einen schleichenden Rhythmus aus, welcher zum Ende hin leiser erscheint (Z 30). Es wirkt als ob das Ende des lyrische Ichs mit dem Ende des Gedichtes zusammen fällt. Als würde es seinen letzten Atemzug aushauchen.

Das lyrische Ich versucht sich selbst Kraft zu verleihen. In der gleichen Zeile wird die Metapher „rab“ verwendet. Es wird das Bild eines Sklaven beschrieben, der sich nicht seinen Wünschen unterwerfen will. Ein Versuch sich von den Ketten seiner Abhängigkeit zu befreien. Die Apostrophe „«prosti»“ verwendet der Dichter in Zeile 17. Er will sich nicht von der Hoffnung verabschieden, da er den Gedanken eines weiteren Betruges nicht erträgt.

Zeile 20 bis 23 weisen das Stilmittel der rhetorischen Frage auf. Es entfacht ein innerer Konflikt im Geiste des lyrischen Ichs. Während im ersten Satz die Hoffnung an die Treue überwiegt, „To ej li možno izmenit´?“ (Z 20). Die zweite Rhetorischen Frage allerdings schmettert das lyrische Ich auf den Boden der Tatsachen, „No otčego že?“ (Z 21).

Die dritte Frage schließlich, wirkt pessimistisch und nimmt dem lyrischen Ich die letzte Hoffnung, „Razve netu / Primerov, pervyj li urok/ Vo mne teper´ daetsja svetu?“(Z 21 bis 23). „<Šumi>“ (Z 25), ist eine Apostrophe, die unmittelbar darauf wiederholt wird, es bildet sich also das Rhetorische Mittel des Geminatio. Die durch das lyrische Ich angesprochene Naturgewalt „veter noči“ (Z 25, 26), wird personifiziert.

Allein und verzweifelt am Boden der Erde, sitzt das lyrische Ich und beneidet den Wind der frei am Himmel spielt. Von ihm alleine erhoffte er sich Linderung von seinen Seelenqualen(Z 25). Die Metaphern „grud´ i oči“ (Z 27), versinnbildlichen die Sicht und die Empfindung eines Menschen. Im Motiv „grid´“ wird auf das Herz verwiesen. Im Motiv „oči“ die klare und weite Sicht widergespiegelt.

Im Stillen hofft das lyrische Ich auf eine Liebe, auf Nahrung für sein Flamme, doch der Wunsch bleibt unerfüllt. Die unerfüllte Hoffnung beschreibt der Dichter mit der letzten Metapher „I slezy padajut na kamen´.“ (Z 30). Indem die Träne auf blanken Stein und nicht auf fruchtbare Erde fällt, wird verdeutlicht, dass die Gefühle des lyrischen Ichs keine Früchte tragen werden, sondern sich beim ersten Sonnenstrahl verflüchtigen.

Grundsätzlich ist die Syntax der Metrik in der Lyrik untergeordnet. So finden sich auch in jedem Gedicht syntaktische Besonderheiten. In den Zeilen 6 und 10 befindet sich der Ausdruck „Mne“ an den Satzanfängen. Die Anapher verstärkt die Monotonie mit der das Lyrische Ich kämpfen muss, wenn er nicht dem Schlaf verfallen will. Die Chiffre in Zeile 16, beeinflusst den Rhythmus des Gedichtes.

Sie zwingt dem Leser eine Pause auf und verdeutlicht gleichzeitig auch die wichtige Bedeutung des folgenden Satzabschnittes. Denn das Lyrische Ich offenbart hier den Grund seines Herzschmerzes, nämlich den Betrug seiner Liebe. Um den Effekt eines leisen und verzweifelten Seufzer zu erzeugen, verwendet der Autor eine weitere Anapher „Kak ja zabyt, kak odinok“ (Z. 24).

Das Gedicht erscheint wie das letzte Flackern einer erlöschenden Kerze. Wenn am Anfang ihr Licht noch gleichmäßig scheint und nur von einem Aufflackern (Z 13 bis 16) unterbrochen wird, so ist zum Ende hin ein letztes schwaches Leuchten (Z 24) zu vernehmen, der Moment vor dem letzten intensiven Aufleuchten (Z 25 bis 27) der Kerze, bevor ihre Kraft gänzlich erlischt (Z 28 bis 30).

An dieser Stelle möchte ich noch einige Anmerkungen zur Übersetzung einfügen. In der Zeile 1 ist mit „čugun“, welches mit Gusseisen übersetzt wurde, eine Stange oder ein Schild aus Gusseisen gemeint. In der Zeile 6 wurde „mgloj“ mit Finsternis übersetzt. Doch das Wort umschreibt eigentlich einen Vorgang während des Sonnenunterganges.

Auf der einen Seite geht die Sonne unter, verbreitet aber noch Licht am Horizont. Auf der anderen Seite erhebt sich aber schon die Dunkelheit der Nacht. Diese ineinander fließende Bewegung wird mit „mgloj“ beschrieben. In der Zeile 9 wurde „okonnicy“ mit Fensterchen übersetzt. Hierbei handelt es sich um einen kleinen altertümlichen Vorläufer des Fensters.

Wenden wir uns nun der Deutung zu. Das lyrische Ich lässt sich im Gedicht „Noč´“ zweifelsfrei als männlich bestimmen. Durch die Verse „Javljalo mne ee čerty;“ (Z 12) und „Vse, – tol´ko ne ee obman.“ (Z 16), sowie „Ona mogla menja ljubit“ (Z 19), wird deutlich, dass seine Gefühle einer Frau gelten. Bereits am Anfang lässt sich eine Distanz zwischen dem lyrischem Ich und seiner Umgebung erkennen.

Die alltäglichen Handlungen werden nicht gesehen, sondern nur akustisch vom lyrischen Ich wahrgenommen. Er hört die Hunde und den Wächter nur in der Ferne und ebenso ist das Alltägliche für ihn nicht relevant. Das einzig nahe ist die Natur, die sowohl sichtbar als auch hörbar ist. Sie erscheint nahe, doch im Grunde ist diese Nähe einseitig.

Das lyrische Ich wird von der Natur zwar beeinflusst, doch im Gegenzug nimmt er keinen Einfluss auf sie. Das lyrische Ich scheint dem Alltag entrückt zu sein. Während die Menschen schlafen und die Natur den gewohnten Lauf folgt. Er weiß nichts mit sich anzufangen, doch schlafen erscheint für ihn nicht möglich zu sein, da er in den Träumen den Grund seines Kummers erblicken könnte.

Er könnte alles ertragen, nur nicht ihren Betrug. Mit diesem letzten Gedanken bricht seine erst kürzlich mobilisierte Kraft wieder in sich zusammen. Diese Schwäche lässt darauf schließen, dass seine seelischen Wunden noch nicht geheilt wurden. „Ja ne skažu «prosti» nadežde,“ (Z 17), mit dieser Zeile drückt das lyrische Ich aus, dass er die Zeit mit der Geliebten, trotz des gebrochenen Herzens, nicht bereut.

Das lyrische Ich will es als eigener Kraft versuchen. Doch kaum redet er sich Mut zu, erscheinen die alten Zweifel. Als würden zwei Seiten seines Bewusstseins miteinander streiten. Die hoffnungsvolle Seite in ihm spricht vom Vertrauen in die Liebe und den Menschen, dem gegenüber spricht die andere Seite von der Erfahrung mit dem Menschen und somit die eigentliche Wahrheit aus.

Und erneut verlässt ihn die Kraft. Die Trauer überkommt ihn und nichts und niemand ist bei ihm, der ihm Trost spenden könnte oder sich seines Leidens erinnert.

In dieser Einsamkeit, in der ihm weder geholfen, noch er sich selbst helfen könnte, wendet er sich an die Natur. Sein sehnlichstes Flehen gilt dem Wind, welcher nicht nur eine Naturgewalt für ihn darstellt, sondern auch eine höhere Macht. Das lyrische Ich erhofft sich nicht nur Befreiung von seinem Kummer, sonder auch, dass die Freiheit des Windes auf ihn übergeht.

Die an häufigsten gebrauchten Motive einer Elegie sind auch hier verwendet worden. Die Einsamkeit des lyrischen Ichs in zweierlei Hinsicht. Zum einen die sichtbare Einsamkeit, als das lyrische Ich, alleine im Raum, nur zu sich sprechen kann (Z 20 bis 24). Zum anderen die seelische Einsamkeit, welche erkennen lässt, dass das lyrische Ich weder Freund noch

Geliebte besitzt, die ihn umsorgen und seine Trauer mildern könnten (Z 24). Eben diese Trauer ist das nächste Motiv. Das lyrische Ich trauert über den Betrug seiner aufrichtigen Liebe (Z 20), ebenso wie ihn der Gedanke quält einsam bleiben zu müssen (Z 28 bis 30). Das prägendste Motiv ist aber wie so oft die Liebe. Zwar nie direkt angesprochen, doch werden ihre Auswirkungen thematisiert.

Ganz im Sinne der Epoche der Romantik benutzt der Dichter die Natur als Allegorie des Göttlichen. Damit wird eine belebte oder göttliche Natur beschrieben (Z 25), von der man sich Beistand und Rettung erhofft.

Das Thema das Lermontov zu seinem Gedicht „Noč´“ beeinflusste, war das universelle Thema der Liebe. Doch beschäftigt sich das Gedicht nicht mit der verblümten Seite der Liebe sondern mit ihrer Kehrseite. Er zeigt dem Leser die Wechselseitigkeit der menschlichen Seele, mit ihren Höhen und ihren Tiefen, mit ihren Hoffen und ihren Verzweifeln.


Bibliographie

G. N. Seleznev Russkaja klassika. M. Ju. Lermontov. Polnoe sobranie sočinenij v desjati tomach. Tom perbyj. Moskva Biblioteka „ Voskresen´ja“. 2000


Original: Ночь


        В чугун печальный сторож бьет,

        Один я внемлю. Глухо лают

        Вдали собаки. Мрачен свод

        Небес, и тучи пробегают

5      Одна безмолвно за другой,

        Сливаясь под ночною мглой.

        Колеблет ветер влажный, душный

        Верхи дерев, и с воем он

        Стучит в оконницы. Мне скушно,

10    Мне тяжко бденье, страшен сон;

        Я не хочу, чтоб сновиденье

        Являло мне ее черты;

        Нет, я не раб моей мечты

        Я в силах перенесть мученье

15    Глубоких дум, сердечных ран,

        Все, – только не ее обман.

        Я не скажу «прости» надежде,

        Она могла меня любить,

20    То ей ли можно изменить?

        Но отчего же? Разве нету

        Примеров, первый ли урок

        Во мне теперь дается свету?

        Как я забыт, как одинок.

25    <Шуми>, шуми же, ветер ночи,

        Играй свободно в небесах

        И освежи мне грудь и очи.

        В груди огонь, слеза в очах,

        Давно без пищи этот пламень,

30    И слезы падают на камень.


Transliteration: Noč´


        V čugun pečal´nyj storož b´et,

        Odin ja vnemlju. Glucho lajut

        Vdali sobaki. Mračen svod

        Nebes, i tuči probegajut

5      Odna bezmolovno za drugoj,

        Slivajas´ pod nočnoju mgloj.

        Koleblet veter vlažnyj, dušnyj

        Verchi derev, i s voem on

        Stučit v okonnicy. Mne skušno,

10    Mne tjažko bden´e, strašen son;

        Ja ne choču, čtob snoviden´e

        Javljalo mne ee čerty;

        Net, ja ne rab moej mečty

        Ja v silach perenest´ mučen´e

15    Glubokich dum, serdečnych ran,

        Ja ne skažu «prosti» nadežde,

        Molve ne verju; esli prežde

        Ona mogla menja ljubit´,

20    To ej li možno izmenit´?

        No otčego že? Razve netu

        Primerov, pervyj li urok

        Vo mne teper´ daetsja svetu?

        Kak ja zabyt, kak odinok.

25    <Šumi>, šumi že, veter noči,

        Igraj svobodno v nebesach

        I osveži mne grud´ i oči.

        V grudi ogon´, sleza v očach,

        Davno bez pišči ėtot plamen´,

30    I slezy padajut na kamen´.


Übersetzung: Die Nacht


        Auf Gusseisen schlägt der traurige Wächter ,

        Ich alleine erinnere mich. Dumpf bellen

        In der Ferne Hunde. Finster ist das himmelische

        Gewölbe, und Wolken laufen vorbei

5      Eine schweigend nach der Anderen,

        Münden sie in einander in die nächtliche Finsternis.

        Der feuchte, stickige Wind wiegt

        Die Gipfel der Bäume, und er klopft

        heulend an den Fensterchen. Mir ist langweilig,

10    Mir ist das Wachsein schwer, der Schlaf ist schrecklich;

        Ich will nicht, dass ihre Züge

        Mir im Traum erscheinen;

        Nein, ich bin nicht der Sklave meines Wunsches

        Ich habe die Kraft, die Qualenzu überstehen.

        Alles, – nur nicht ihren Betrug.

        Ich sage nicht «Lebe wohl» zur Hoffnung,

        Dem Gemunkel glaube ich nicht; wenn sie mich

        Vorher lieben konnte,

20    Wie könnte sie mir da untreu werden?

        Aus welchem Grund denn nicht? Gibt es dafür nicht

        Beispiele, erblickt durch mich

        Diese Erfahrung erstmals die Welt?

        Wie bin ich vergessen, wie einsam.

25    <Lärme>, lärme doch, Nachtwind,

        Spiele frei am Himmel

        Und erfrische mir Brust und Augen.

        In der Brust ein Feuer, eine Träne in den Augen,

        Diese Flamme ist lange ohne Nahrung,

30    Und die Tränen fallen auf Stein.



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