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Reiseberichte in Sebalds Prosaband Campo Santo

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German studies

University, School

Uniwersytet Śląski, Katowice

Grade, Teacher, Year

3, Professor Mielczarek

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Reiseberichte in Sebalds Prosaband Campo Santo


Das Interesse von vielen Schriftstellern wendet sich der Spurensuche der Geschichte  und der Vergangenheit zu. Das Thema der Erinnerung an die vergangenen Ereignisse, Persönlichkeiten und Plätze wird oft von zahlreichen Autoren aufgegriffen.  Die vorliegende Arbeit hat ein einer solchen Thematik ansprechendes Werk zum Gegenstand, und zwar die Reiseberichte in Sebalds Prosaband Campo Santo.

Winfried Georg Sebald wurde am 18. Mai 1944 im Wertach im Allgäu geboren. Nach dem Schulabschluss studierte er Germanistik und Allgemeine Literaturwissenschaft in Freiburg und der Französischen Schweiz, nach der Absolvierung (1966) arbeitete er als Lektor an der University of Manchester und als Lehrer an einer Schule in St.

Gallen.[1] Seit 1970 war Sebald tätig als Dozent und (seit 1988) Professor für Neuere Deutsche Literatur an der University of East Anglia in Norwich, 1989 gründete er dort Britisch Centre for Literary Translation.[2] Er starb 2001 bei einem Autounfall in Norwich. Zur Zeit des Todes war er einer der bedeutendsten Gegenwartsautoren deutschsprachiger Literatur.

In seinem künstlerischen Schaffen konzentriert sich Sebald auf die Notwendigkeit kulturelles Gedächtnisses und auf den Widerstand gegen das Vergessen.[3] Seine Werke zeigen sowohl die Elemente der Fiktion als auch des Dokuments, des Essays, der Reportage und der Autobiographie.

Der Prosaband Campo Santo erschien postum im Jahre 2003. Er besteht aus zwei Teilen: einer Erinnerungsprosa und Essays. In meiner Abhandlung nehme ich unter die Lupe den zweiten Teil und zwar die Reiseberichte aus Sebalds Aufenthalt auf Korsika. Das ist der ergreifende Eintrag des  Spaziergangs durch die Insel, wo die Vergangenheitsspuren unheimlich deutlich sind.

In meiner Abhandlung beschränke ich mich auf drei Unterkapitel Sebalds Berichts, nämlich Kleine Exkursion nach Ajaccio, Campo Santo und Die Alpen im Meer. Erste zwei Abschnitte hängen aufs Engste zusammen, und zwar im deren Blickpunkt steht das Kulturgedächtnis als Sammlung der Menschheitserlebnisse. Der dritte Kapitel ist die Reflexion an menschlicher Willkür und deren Folgen für die Natur.

Der Autor besucht Korsika als einen Gedächtnisort, der als ein Punkt in der menschlichen Kulturlandschaft gilt. Sein Interesse wendet sich im ersten Kapitel der Geschichte der Napoleoniden und der Pflege der mit Napoleon verbundenen Kulturerbe zu. Im zweiten Kapitel wird der auf Korsika vorherrschende Totenkult unter die Lupe gebracht. Der dritte Abschnitt widmet sich dem Eingriff der Menschen in die Natur Korsikas.


Kleine Exkursion nach Ajaccio


Den Ausgangspunkt dieses Kapitels bildet der Besuch der Stadt Ajaccio während des zweiwochigen Urlaubs des Autors. In dieser Stadt ist der Kaiser Napoleon zur Welt gekommen. Schon beim ersten Anschein findet der Erzähler die Insel schön und idyllisch: „Es war ein schöner, strahlender Tag, die Zweige der Palmen auf der Place Maréchal-Foch bewegten sich leicht in einer vom Meer hereinkommenden Briese, im Hafen lag wie ein großer Eisberg ein schneeweißes Kreuzfahrerschiff, und ich wanderte in dem Gefühl, daß ich frei sei und ledig[ .].“[4] Er ist vom Reiz Korsikas begeistert und träumt einen Augenblick lang davon, sich hier anzusiedeln, um die Ruhe der Insel ewig .....[read full text]

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Obwohl Kaiser schon gestorben ist, gilt er als Teil der menschlichen Geschichte, die aus dem Gedächtnis der Lebenden nicht getilgt werden soll.

Das nächste vom Erzähler besuchte Museum ist Casa Bonaparte – das Geburtshaus Napoleons. Vom Anblick von Kaisers zwei Familienmitgliederrinnen, die da arbeiten, ist er tief gerührt.  Beide Frauen sind dem Napoleon frappant ähnlich. Mit ihnen verkehrend, spürt Autor die Präsenz des großen Bonapartes selbst, er nennt die Damen als „Botschafterinnen aus der Vergangenheit“ (S. 14).

Von den Frauen begleitet, besichtigt der Berichtende die Räume, deren Aussehen auf ihn melancholisch wirkt: „Es war, als sei seither keine Stunde vergangen. […] Still lagen in den Vitrinen Familiendokumente, ausgefertigt in schön geschwungenen Buchstaben, die beiden Jagdflinten Carlo Bonapartes, ein paar Pistolen und ein Florett.“ (S. 14) Ihm scheint, als ob die Zeit hier stehengeblieben wäre, er hat mit der lebendigen Geschichte zu tun.

Die Verstorbenen  lassen es nicht zu, in Vergessenheit zu geraten, und die Lebenden selbst wollen sie nicht aus dem Gedächtnis ausrotten. Sie halten die Toten weiterhin für die vollberechtigten Familienangehörigen, die einfach in anderen Umständen sein. Der Erzähler ist von Bindung der Korsen an Verstorbenen beeindruckt. Die Hingeschiedenen Vorfahren werden stark verehrt und ihre Gegenwart ist hier auf Schritt und Tritt spürbar, davon zeugt ein Stammbaum der Familie Bonaparte, den Autor beschreibt:


            Gegen einen himmelblauen Hintergrund ragte aus brauner Erde eine riesige Eiche empor, an deren Ästen und         Zweigen weiße, aus Papier ausgeschnittene und mit den Namen und Lebensdaten sämtlicher Mitglieder des         kaiserlichen Hauses und der späteren Napoleoniden beschriftete Wölkchen hingen. Alle waren hier gesammelt            […]. (S. 14)


            Danach schaut Autor bei dem ersten Stock, wo nach der Ankunft in Ajaccio Carolo und Letizia, Napoleons Eltern gewohnt haben. Er stellt die Reflexion dazu an, dass die in schlichten Verhältnissen hausenden Menschen die bevorstehende Karriere ihres Sohnes .....

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Etliche Ruhestätte wurden schon vergessen, sie verfallen nach und nach. Der Autor lenkt seine Aufmerksamkeit darauf, dass es auf die Grabplatten nur künstliche Blumen gibt. Seiner Meinung nach werden sie den Verstorbenen aus Trotz gegeben, als Zeichen des Widerstands gegen die Natur. Menschen wollen bekunden, dass sie etwas besseres, unsterbliches schaffen können.

Der Berichtende stellt fest, dass „[ .] wir unseren Toten von der vielfältigen Schönheit des Lebens nichts bieten als den billigsten Ersatz.“ (S. 22) Trotz vieler Naturherrlichkeiten, die zu Lebzeiten bewundern werden können, erhält man nach dem Tod nur deren jämmerliche Imitation.

            Autor sieht sich die Grabinschriften an. Die Sentenz regrets éternels hält er für eine belanglose, überflüssige Floskel, leere Worte, die als Ersatz für echtes Leid und die Sorge um die Toten gelten. Ihn wundert die Hierarchie, die im Friedhof deutlich ist.

Die reichsten Verstorbenen ruhen in „mit Giebel versehenen [K.W.] Totenhäuser“ (S. 24), während „die ganz Armen haben nur ein in der bloßen Erde steckendes blechernes […] Kreuz.“ (S. 25). Menschen, die keinen Grundbesitz hatten, wurden „[ .] lange Zeit, wenn sie gestorben waren, einfach in einen Sack eingenäht und in einem Schacht hinuntergeworfen, den man mit einem Deckel verschloß.

Ein solches Gemeinschaftsgrab […] hieß arca und war manchenorts auch ein tür- und fensterloses steinernes Haus […].“ (S. 27) Der Besitzstand im zeitlichen Dasein beeinflusst die Lage vom Leichnam nach dem Tod, die Beerdigung geht nach dem sozialen Status.

            Korsen sind an ihren gestorbenen Verwandten stark gebunden. Davon zeugt die Tatsache, dass bis zur Mitte des letzten Jahrhunderts Toten auf dem eigenen Boden bestattet wurden. Der Grund dafür war die Glaube der Lebenden an Verbundenheit ihrer abgeschiedenen Vorfahren mit dem Geburtsor.....

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Der Grund dafür war nicht nur die Sorge um die Vorfahren, sondern auch die Angst vor ihnen. Man spürte deren Präsenz und wollte sich mit den Toten für alle Fälle nicht anlegen. Alle diese altväterlichen Bräuche sind Elemente der menschlichen Kulturlandschaft, die keinen Anfang und kein Ende hat.

            Dem Autor drängt sich eine traurige Reflexion auf, und zwar im Vergleich zur Vorzeit, wenn die Ahnen sehr verehrt worden sind, jetzt verabschiedet sich man mit den Verstorbenen viel schneller, und diese Trennung ist unbedeutend und fast gleichgültig. Leute haben immer weniger Zeit, um sich an die Toten zu erinnern, und die Vergangenheit spielt für sie keine wichtige Rolle mehr.


Die Alpen im Meer


Während der Besichtigung der Korsika, denkt Autor über das Verhältnis zwischen Mensch und Umwelt nach. Er ruft ins Gedächtnis die Geschichte der Insel zurück: einst war sie ganz von Wald überzogen. Zu Beginn unserer Zeitrechnung kamen auf Korsika neue Siedler, die das Holzfällen in Gang brachten.

Noch im 19. Jahrhundert berichteten viele Reisender über die auf die Insel auftretende Vielfalt von Hainen, dennoch heutzutage fast verschwand sie von der Erde. Korsika war einst für den Reichtum an verschiedenen Baum-, Pflanz- und Tierarten bekannt, die heute praktisch ausgestorben sind. Dazu kommt noch die Vorliebe Korsen fur Jägerei:


                […] bricht auf die Korsika nach wie vor jeden September das Jagdfieber aus. Auf meinen Exkursionen ins              Innere der Insel schien es mir immer wieder, als sei die gesamte männliche Bevölkerung beteiligt an einem            längst  ziellos geworden.....

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Die unvernünftige Menschengewalt und deren jämmerliche Entschuldigung erfüllen ihn mit dem Ekel.

            Am Abend schaut der Erzähler durch das Fenster und beobachtet den Sonnenuntergang. Er assoziiert die letzten Sonnenstrahlen mit den Flammen, die alles auf der Insel verschlingen: Felsen, Pflanzen, Tiere und Wasser. Hierbei stellt Autor die Reflexion zum Eingriff der Menschen in der Natur an.

Leute verheeren die natürliche Ordnung: sie fällen Bäume, töten Tiere und errichten Ansiedlungen. Tiere haben keine Chancen im Gefecht mit den Menschen, die mit den Waffen ausgerüstet sind. Der Mensch ist die stärkste aller Arten auf der Erde, er nutzt aber diese Überlegenheit nur dazu aus, den ganzen Planeten zu beherrschen, anstatt Gutes zu tun.


Das Buch wurde voll und ganz der Korsika gewidmet, es zeigt aber einen universellen Charakter. Wie zu Beginn angedeutet, behandelt das Werk Sebalds das Thema des menschlichen Gedächtnis und der Kulturerbe, an der man arbeiten soll. Wir selber sind ein Teil der Geschichte, und die Vergangenheit beeinflusst die Welt von heute.

            Reiseberichte in Sebalds Prosaband Campo Santo sind ein Aufruf zur Reflexion. Heutzutage, wenn wir schneller leben und weniger Zeit fürs Nachdenken haben, ermuntert uns Autor dazu,  einen tiefen Atem zu holen und über unsere Vergangenheit zu reflektieren. Man soll eigene Wurzeln kennen, weil sie ebenso wichtig sind, wie die Gegenwart.....





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[3]    H.L.Arnold (Hgg.): Kindlers Literatur-Lexikon. 3., völlig neu bearbeitete Auflage, Metzler, Stuttgart/Weimar 2009, S. 690.

[4]    G.W.Sebald: Campo Santo, Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 2006, S. 7. Im Folgenden als Se.....

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